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Warum es wichtig ist, sich selbst zu lieben

Selbstliebe. Ein großes und mittlerweile fast inflationär gebrauchtes Wort. Doch was bedeutet Selbstliebe eigentlich? Schaut man im Duden, steht dort „egozentrische Liebe zur eigenen Person“, nimmt man die darüberhinausgehende Begrifflichkeit, umfasst es den Prozess, sich selbst im Ganzen und dabei mit allen Stärken und Schwächen anzunehmen sowie daraus Entwicklungs- und Handlungsmöglichkeiten zu gestalten. Voraussetzung dafür ist die bewusste Entscheidung, dies tun zu wollen und die setzt einen anfänglichen und immer währenden Erkenntnisprozess im Umgang mit sich selbst und den eigenen Verhaltensweisen voraus. Aber wofür ist es wichtig, die Liebe zu sich im Blick zu haben? Nun.

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“Was wir denken, das werden wir“ (Buddha)

 

Wir denken zwischen sechzig- und siebzigtausend Gedanken jeden Tag. Neunzig Prozent dieser Gedanken gleichen denen vom Vortag und denen vom Vortag und denen vom Vortag. Die meisten davon schwächen uns eher, als dass sie uns stärken. Das hat eine Auswirkung auf unsere körperliche und seelische Verfassung, die wiederum eine Auswirkung auf unser Handeln hat. Die Folge ist meist, dass man über Jahre das Gleiche tut, eigentlich etwas anderes möchte, aber nicht weiß, wie man das anstellen soll.

 

Für Veränderung braucht es Bewusstwerdung sich selbst gegenüber

 

Dieser Prozess beginnt dort, wo man sich vergegenwärtigt, in welcher Art und Weise und wofür man sich eigentlich so verhält, wie man sich verhält. Das ist der erste wichtige Schritt. Trainiert man diesen bewussten Prozess im Alltag, tut man zwei Dinge: Man steigt schneller aus bisherigen Mustern aus und nimmt sich gleichsam Zeit, beabsichtigter zu wählen.

Ich kann mich also aktiv dafür entscheiden, ob ich mich durch die Gedanken, die ich denke oder die Dinge, die ich tue, eher stärken und gut fühlen oder eher schwächen und nicht so gut fühlen möchte. An dem Punkt angekommen, kann ich überlegen, was ich brauche, um das zu erreichen.

Selbstliebe hat also sehr viel mit Verantwortung zu tun. Die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, für die eigenen Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse und das, was man damit machen möchte. An welche inneren Orte will ich gelangen und welche Bänder aus der Vergangenheit dienen mir oder eben nicht mehr? Dabei nutze ich mein System (Körper, Seele, Geist) als kompetente Rückmeldequelle. Ich höre auf die Symptome, die sich zeigen und schaue, welche Strategien mir in meiner Alltagspraxis nützen, um etwas zu verändern. Und ich nutze die Situationen, die mir das Leben bietet als Trainingsfeld – im Besonderen, die Konstellationen, in denen ich mich nicht so gut fühle. Denn da brauche ich mich und meine Liebe am meisten.

 

 

 

 

In diesem Sinn beginnt Selbstliebe meist im Dunkeln. Sich in sonniger Stimmung zu schätzen, fällt uns oft leichter, aber den Blick auch im Dunkeln auf dem Licht zu halten, erfordert Übung. Um hier vorwärts zu kommen, muss man die Entscheidung dafür treffen, ein (inneres) Licht entzünden und sich auf den Weg machen. Dabei kann man üben, auf den eigenen inneren Kompass zu hören, ihm zu vertrauen und darum wissen, dass man Fehler machen wird. Die gehören zum Üben dazu. Wer sich selbst annehmen und lieben kann, ist nicht frei von Fehlern. Wir sind Menschen, jeder von uns macht sie, sie gehören zu unserer Entwicklung. Allerdings kann jemand, der sich annimmt und liebt wertschätzender mit ihnen umgehen und sie ebenso sinnvoll in sein Handeln und die Bewertung dessen integrieren. Er ist in der Lage, bei Anspannung und Druck in die Knie gehen, um die Balance zu halten die er braucht, um stehen zu bleiben. Und wenn er doch mal fallen sollte, gelingt es ihm im Nachhinein die hilfreichen und stolpernden Fakten zu analysieren, statt sich klein zu machen. Und dieser ganze Übungs- und Ankerprozess nimmt seinen Weg zuerst im Innen, damit er ins Außen gelangen kann. Liebe beginnt also an der Quelle – bei mir selbst.

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