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Endlich Schluss mit dem inneren Kritiker

Wer kennt sie nicht, die inneren Gespräche, die wir führen. „War ja klar. Das hättest du anders machen können. Nicht gut genug. Versagt. Aus dir wird nie was werden.“ Oft neigen wir dazu, eher Dinge anzuvisieren, die wir vermeintlich nicht gut gelöst haben, die nicht gut gelaufen sind. Den Vortrag schlecht gehalten, nicht ganzheitlich genug auf die Kinder eingegangen, auf der Arbeit nicht aussagekräftig die eigene Meinung vertreten, die falsche Hose gekauft, den Schnauzbart wieder nicht abrasiert, aber dafür dem Urlaub mit den Schwiegereltern zugestimmt etc. Den meisten Menschen fällt es leichter, drei Dinge über sich zu sagen, die sie als Schwäche empfinden, als drei Stärken zu benennen. Aber weswegen?

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Wo der Kritiker häufiger zu finden ist

 

Grundsätzlich geht die Psychologie davon aus, dass diese Art der Kommunikation unter anderem etwas mit „negativen“ Glaubenssätzen zu tun hat. Die wiederum knüpfen sich aus unseren bisherigen Erfahrungen. Zum besseren Verständnis wird dieser Prozess häufig als „innerer Kritiker“ bezeichnet. Und der will in der Regel auf Stolpersteine hinweisen, die uns begegnen können. Zielstellung dabei ist, uns keiner potenziellen Gefahr auszusetzen, damit wir unversehrt bleiben und das System (Körper, Seele, Geist) so energiesparend wie möglich arbeiten kann. Grundsätzlich war und ist dieses „Warnsystem“ sehr wichtig sowie hilfreich, wenn es sich auch wieder in den Hintergrund bewegt und nicht permanent Alarm schlägt. Schwierig wird es, wenn der innere Kritiker zu oft in uns rumort und nur noch selten schweigt. Dann können Grübel- und Abwertungsschleifen beginnen, die sich nicht stärkend auf unseren Selbstwert und unsere Handlungen auswirken. Doch, was mit dem inneren Kritiker tun, wie wird man ihn los? Und, muss man das überhaupt?

 

 

Was hilft?

 

In der Regel funktioniert es (zumindest langfristig) nicht, ihn zu ignorieren oder einfach aus dem Leben zu verbannen. Tut man dies, ist vielleicht eine Weile Ruhe, aber dann erobert „er“ sich das Feld zurück. Um nachhaltig mit ihm umzugehen, sollte man mit ihm ins Gespräch kommen und schauen, welche Funktion er erfüllt beziehungsweise, worauf er eventuell hinweist. Denn Verstehen ist eine der wichtigsten Größen in Veränderungsprozessen und ein zentrales Mittel, um die eigene Aufmerksamkeit bewusster zu fokussieren. In dem Zusammenhang macht es Sinn, das ganze Potpourri der inneren Anteile (wovon der innere Kritiker „nur“ einer ist), ihre Funktionen und im Besonderen ihre zukunftsweisenden Möglichkeiten herauszuarbeiten. Dabei geht es um eine Ausbalancierung der jeweiligen Anteile und eine damit verbundene bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen sowie Wünschen.

Fürs erste ist es sinnvoll, sich in einer anderen inneren Kommunikation zu üben. Schaltet sich der innere Kritiker ein, kann man ihm in der Haltung begegnen:

 

„Danke, dass du mich auf potenzielle Schwierigkeiten hinweist. Ich nehme sie als hilfreiche Hinweise an, entscheide aber selbstständig und in meiner eigenen Verantwortung, wann und wie ich danach handeln werde.“

 

Oder

 

„Auch wenn mir die Aktion XY noch nicht so gut gelungen ist, sehe ich all die Dinge, die mir hier bereits leicht von der Hand gehen und nutze die anderen als Entwicklungsmöglichkeiten.“

 

Verschwinden muss und wird der Kritiker also nicht in Gänze, weil er einen durchaus hilfreichen Zweck erfüllt. Was sich ändern kann, ist die Frequenz und die Lautstärke, mit der er in uns unterwegs ist. Daran können wir arbeiten.

 

Wer in diesem Prozess Unterstützung möchte, spricht mich gerne an.

 

 

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